Passionsspiele Oberammergau 2020

Passionsspiele 2020

Die Passionsspiele Oberammergau finden auch wieder im Jahr 2020 statt. Die Premiere der Oberammergauer Passionsspiele 2020 wird voraussichtlich im Mai stattfinden und Tickets, Karten sowie Arrangements werden aller voraussichtlich nach Anfang des Jahres 2018 verfügbar sein.

Die Vorbereitungen für die 42. Passionsspiele im Jahr 2020 beginnen langsam, noch im Jahr 2015 bestimmt der Oberammergauer Gemeinderat die Spielleitung für die Passionsspiele 2020.

Spielleiter

Christian Stückl, der Passionsspielleiter von 1990, 2000 und 2010 ist auch der neue Passionsspielleiter für die Passionsspiele 2020. Christian Stückl wurde am 15. Juni 2015 vom Gemeinderat in Oberammergau zum Leiter der Passionsspiele 2020 gewählt worden. Für die Musik und das Bühnenbild setzt die Gemeinde Oberammergau ebenfalls auf bewährte Kräfte. Markus Zwink und Stefan Hageneier werden diese Bereiche verantworten. Neu im Team ist Abdullah Kenan Karaca, der als 2. Spielleiter fungieren wird.

Pressekonferenz der Oberammergauer Passionsspiele 2020 auf der ITB 2017

Zeitplan – Vorbereitungen

Noch gibt es in Oberammergau einiges zu tun und es stehen in Bezug auf die Passionsspiele 2020 noch einige Entscheidungen an. Der Spielplan muss festgelegt werden (Spiel- und Zeitplan für die Oberammergauer Passionsspiele 2020 wird bis spätestens 2017 entschieden), die Preise für Tickets (Karten) und Arrangements müssen bestimmt werden, die Rollen müssen besetzt werden und viele viele weitere organisatorische Vorbereitungen sind zu treffen.

Vermarkter – Passion 2020

Die AOVO Touristik AG ist Partner der Passion 2020. Die AOVO Touristik AG aus Hannover ist exklusiver Vertriebs- und Marketingdienstleister für die Passionsspiele 2020 und übernimmt den Vertrieb der Tickets und der Arrangements.

Haar- und Barterlass – Aschermittwoch 2019

An Aschermittwoch 2019 wird es in Oberammergau wieder einen „Haar- und Barterlass“ für alle Mitwirkenden der Passionsspiele 2020 geben. Nach dieser alten Tradition müssen sich alle Oberammergauer für die Passionsspiele die Haare und die Bärte wachsen lassen.

Haar- und Barterlass Passionsspiele Oberammergau
Haar- und Barterlass Passionsspiele Oberammergau

Spielerwahl – Frühjahr 2019

Bei der „Spielerwahl“ gibt der Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele die Hauptrollen (Prolog, Jesus, Petrus, Judas, Johannes, Maria, Maria Magdalena, Kaiphas, Anna, Nathanael Archelaus, Josef von Arimathäa, Nikodemus, Gamaliel, Ezechiel, Pilatus, Herodes, Longinus, Simon von Bethanien, Veronika, Engel) sowie kleine und größere Sprechrollen für die Passion 2020 bekannt.

Spielerwahl Passionsspiele Oberammergau
Spielerwahl Passionsspiele Oberammergau

Probenbeginn – Herbst 2019

Im Herbst 2019 werden die Proben für die 42. Oberammergauer Passionsspiele beginnen.

Mitwirkende 2020

Im Jahr 2020 werden wohl über 2000 Oberammergauer und Oberammergauerinnen am Passionsspiel teilnehmen.

Premiere 2020

Die Premiere der 42. Oberammergauer Passionsspiele 2020 wird im Mai stattfinden.

Passionsspiele Oberammergau 2020 – Trailer

Karten / Tickets / Reservierung

Auf der offiziellen Webseite der Passionsspiele 2020 können sich Interessenten bereits jetzt unverbindlich für den Besucher der Passionsspiele Oberammergau 2020 registrieren. Die verbindliche Buchung der Tickets / Karten wird wahrscheinlich ab 2018 möglich sein. Hier finden Sie die Registrierung.

Geschichte der Passionsspiele

Die Geschichte der Passionsspiele in Oberammergau ist unmittelbar mit der Pest und der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verbunden. Als die Pest zahlreichen Einwohnern von Oberammergau das Leben kostete, gelobten einige Bürger von Oberammergau im Jahre 1633, alle zehn Jahre die Passionsspiele aufzuführen, so sollte das Leiden und somit die Pest den Ort schnell verlassen. Der Überlieferung nach forderte die Pest in Oberammergau nach dem Gelöbnis keine neuen Opfer mehr. 1634 begannen die Oberammergauer Bürger, ihr Gelöbnis einzulösen. Seitdem führen die Oberammergauer alle zehn Jahre „Die Passionsspiele“ auf.

Erläuterungen zu den Passionsspielen Oberammergau

Die Oberammergauer Passionsspiele haben Tradition und sind weltbekannt. Die meisten Bewohner des Ortes wirken an dieser Aufführung mit. Mit Beendigung der Pest, haben die Bewohner als Danksagung ein Versprechen gegeben, ein Passionsspiel aufzuführen. Erstmalig wurden die Oberammergauer Passionsspiele in 1634 aufgeführt. Ab 1680 wurden diese in einem zehnjährigen Rhythmus wiederholt. Als Regel wurde das letzte Jahr eines Jahrzehnts angenommen. In 1934 und 1984, dem 20. Jahrhundert gab es diese zwei Extra Spiele. Diese wurden zur 300. bzw. 350. Wiederkehr der ersten Aufführung in 1634 abgehalten.

Die Passionsspiele in Oberammergau wurden zuletzt 2010 aufgeführt, die nächsten Aufführungen sind für 2020 angesetzt.

Seit Dezember 2014 sind die Oberammergauer Passionsspiele in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Passionsspiele Oberammergau 2020

Zur Geschichte der Oberammergauer Passionsspiele

Oberammergau wurde in 1633 von der Pest heimgesucht. Das war in der Zeit des 30jährigen Krieges. Die gläubigen Oberammergauer wollten unbedingt von der Pest erlöst werden. Dazu versprachen sie, regelmäßig ein Passionsspiel aufzuführen. Die Befreiung trat ein. Von diesem Tag an gab es in Oberammergau keine Pesttoten mehr. In zehnjährigen Abständen wurden die Passionsspiele Oberammergau aufgeführt. Als Grundlage dienten die Texte aus dem 15. Jahrhundert.

Die Oberammergauer Passionsspiele erfuhren in 1674 eine Erweiterung um Teile des Weilheimer Passionsspiels von Johann Älbl (1615). Der Benediktiner Ferdinand Rosner aus dem Kloster Ettal schrieb in Reimen die „Passio nova“ im Stil des Barocktheaters. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die ursprüngliche Bühne, bestehend aus einem einfachen Holzgerüst, mit Kulissen und Bühnentechnik ausgerüstet. Die Passionsspiele Oberammergau wurden damit Maßstab für andere Passionsspielorte.
Mit dem Aufführungsverbot in 1770, verhängt vom Geistlichen Rat des Kurfürsten Maximilian III. Joseph, wurden die Passionsspiele Oberammergau unterbrochen. Nach dem Tod des Kurfürsten in 1777, konnten die Oberammergauer Passionsspiele mit neuem Text wieder stattfinden.

Allerdings wurden die Passionsspiele in 1801 erneut durch Maximilian von Monteglas verboten. Sie fanden 1810 nicht statt. Und wieder war es ein Benediktiner-Pater aus dem Kloster Ettal, der die Änderung des Textes für das Passionsspiel verfasste. Othmar Weis, der Pater, brachte das Passionsspiel 1811 mit dem Titel „Das große Opfer auf Golgatha oder die Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu“ heraus. So konnte die Aufführung wieder stattfinden. Trotzdem nahm in 1815 Johann Nikolais Unhoch eine wesentliche Neugestaltung vor. Als hauptamtlicher Spielleiter der Passionsspiele in Oberammergau wurde Daisenberger eingesetzt. Er führte seit 1845 das Pfarramt in Oberammergau aus. Er übernahm die Überarbeitung und Ergänzung der Texte von Othmar Weis. Durch seine Passionsspiele wurde Oberammergau international berühmt.
Nach den Plänen von Carl Lautenschläger wurde 1890 eine neue Bühne erstellt.

Die Folgen des ersten Weltkrieges ließen die Aufführungen im 32. Spieljahr nicht zu. In 1922, also 2 Jahre Später, besuchten die Aufführungen im 32. Spieljahr 420.000 Zuschauer. Das moderne Regietheater mit der Neuinszenierung von Georg Johann Langs hatte Erfolg. Georg Johann Lang und sein Bruder Raimund Lang, erstellten für das Passionsjahr 1930 eine neue Freiluftbühne. 1934 hatte Adolf Hitler die Passionsspiele Oberammergau befürwortet.

Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg

Intellektuelle Kräfte haben mittels einer Petition die Oberammergauer Passionsspiele wegen Antisemitismus von Juden verurteilt. Die deutschen Schriftsteller, wie Günter Grass und Heinrich Böll haben dies heftig kritisiert. Auseinandersetzungen um die Passionsspiele Oberammergau lebten in den späten 60er Jahren durch die Katholische Kirche erneut auf. Sie forderten eine Neuinszenierung. Darin soll die Erklärung des zweiten Vatikanischen Konzils festgehalten sein, dass die Juden für Jesus Tod nicht verantwortlich sind. Nachdem diese Forderung nicht erfüllt wurde, verweigerte der Vatikan für die Spiele 1970 seine Zustimmung.

Die Oberammergauer haben darauf reagiert. Sie luden jüdische Organisationen zum Dialog ein und an den Änderungen der Texte mitzuwirken. Der Streit um den Text war damit nicht beendet und das vor dem 38. Spieljahr in 1980. Unklar war, welcher Text herangezogen werden soll. Letztendlich entschied ein Bürgerentscheid zugunsten von Weis/Daisenberger.

Chronologie der Passionsspiele

  • 1633: Pest und das Pestgelübde
  • 1634: Erste Aufführung der Passionsspiele auf dem Friedhof neben der Kirche.
  • 1680: Übergang zur Aufführung in den Zehnerjahren.
  • 1690: Die älterste erhaltene Gemeinderechung belegt Ausgaben für das Passionsspiel in Oberammergau.
  • 1720: Textbearbeitung durch den Ettaler P. karl Bader. Einteilung des Passionsspiels in Akte und Szenen.
  • 1730: Einführung allegorischer Figuren und erstmals „Lebende Bilder“.
  • 1750: „Passio Nova“ des Benediktiners. P. Ferdinand Rosner aus Ettal.
  • 1770: Generalverbot für Passionsspiele in Bayern.
  • 1780: Nach Textänderung durch P. Magnus Knipfelberger erhält Oberammergau ein Privileg und darf drei Aufführungen gestalten.
  • 1790: Erstmals Verkauf von Karten sowie Hinweis in der Presse.
  • 1810: Keine Aufführung. Ein Schreiben des Ministers Montgelas´ vom 11.09.1801 hat das Privileg für erloschen erklärt.
  • 1811: Erlaubnis am 03.03.1811 nach Vorlage eines neuen Textes in einer auf Realismus bedachten, den Versöhnungsgedanken betonenden Prosafassung von dem Ettaler P. Dr. Othmare Weis. Die Musik komponierte Rochus Dedler.
  • 1830: Erstes Passionsspiel in Oberammergau welches nicht mehr auf dem Friedhof stattgefunden hat.
  • 1850 und 1860: Textanpassung durch Joseph Alois Daisenberger.
  • 1900: Bau der Zuschauerhalle (Passionstheater).
  • 1934: 300 jähriges Jubiläum der Passionsspiele in Oberammergau.
  • 1990: Spielleiter Christian Stückl.
  • 2000: Spielleiter Christian Stückl
  • 2010: Größte Neuerung – Nachtspiel

Am 22. Februar 1990 fiel eine Gerichtsentscheidung, dass Oberammergauer Frauen gleichberechtigt bei der Mitwirkung der Passionsspiele sind. Wegen ihres Alters oder ihres Familienstandes darf ihnen das Mitwirkungsrecht nicht versagt werden.

Christian Stückl (Spielleiter)

Unter der Leitung von Christian Stückl, Holzbildhauer und Intendant des Münchner Volkstheaters zum Spielleiter der Passionsspiele. Unter seiner Leitung kam es in 2000 erstmals seit 1930 zu einer umfassenden Neuinszenierung. Innerhalb der Bevölkerung kam es zu erheblichen Spannungen. Stückls Plan war, die Aufführung teilweise nachts spielen, um eine bessere Wirkung zu erreichen. Die Oberammergauer haben sich im Juni 2007 für Stückls Konzept entschieden.

Die Spielleitung Christian Stückl und Otto Huber haben die Inszenierung in 2010 komplett überarbeitet und auch ergänzt. Unterstützt wurden Sie von dem theologischen Berater, Prof. Ludwig Mödl.
Die Passionsspiele Oberammergau sind inzwischen zum weltweiten Großereignis geworden. Dieses bringt dem Ort Oberammergau Millionen-Einnahmen.

In 2000 besuchten 520.000 Zuschauer in 110 Aufführungen die Passionsspiele.

Aufbau der Passionsspiele

Die Aufführungen sind in elf Akte unterteilt. Die Vorstellungen eins bis fünf bilden den ersten Teil. Danach folgt eine dreistündige Pause. Im Anschluss daran folgen Teil sechs bis elf.
Die Premiere der 42. Passionsspiele wird voraussichtlich im Mai 2020 stattfinden.

Akte der Passionsspiel

  • Vorspiel
  • Lebendes Bild: Der Verlust des Paradieses
  • I. Vorstellung: Einzug in Jerusalem
  • II. Vorstellung: Jesus in Bethanien
  • Lebendes Bild: Moses führt die Israeliten durch das Rote Meer
  • III. Vorstellung: Vertreibung der Tempelhändler – Pilatus und Kaiphas – Judas und der Hohe Rat
  • Lebendes Bild: Die zehn Gebote und der Tanz um das Goldene Kalb
  • IV. Vorstellung: Jesu Mahl mit den Jüngern
  • Lebendes Bild: Das Pessachmahl vor dem Auszug aus Ägypten
  • V. Vorstellung: Jesus am Ölberg – Die Gefangennahme
  • Lebendes Bild: Der Verrat am Felsen Gabaon
  • Lebendes Bild: Die Berufung Moses‘ am Dornbusch
  • Ende des ersten Teils – Pause
  • VI. Vorstellung: Verhöre vor Annas und dem Hohen Rat
  • Lebendes Bild: Der Prophet Daniel in der Löwengrube
  • Lebendes Bild: Die Verspottung Hiobs
  • VII. Vorstellung: Jesus wird verspottet – Petrus verleugnet Jesus – Judas‘ Verzweiflung
  • Lebendes Bild: Die Verzweiflung Kains
  • VIII. Vorstellung: Jesus vor Pilatus und Herodes
  • Lebendes Bild: Moses wird vom Pharao verstoßen
  • IX. Vorstellung: Jesu Verurteilung durch Pilatus
  • Lebendes Bild: Joseph wird als Retter Ägyptens gefeiert
  • X. Vorstellung: Der Kreuzweg – Die Kreuzigung
  • Lebendes Bild: Isaaks Opferung auf dem Berg Moria
  • Lebendes Bild: Die Rettung durch den Aufblick zur Ehernen Schlange
  • XI. Vorstellung: Die Begegnung mit dem Auferstandenen

Zuschauerzahlen im Überblick

JahrZuschauer
175011.000
1900174.000
1950480.000
1970530.000

Weitere Informationen zu den Passionsspielen in Oberammergau erhalten Sie auf der offiziellen Homepage: www.passionsspiele-oberammergau.de

 

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